Hintergrund: Oracle kauft Startup BitzerMobile

Die jüngste Akquisition des Branchenschwergewichts Oracle dürfte dem Lösungsansatz sicherer Business App Container für eine Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Daten („Dual-Persona“) unter iOS und Android weitere Aufmerksamkeit vieler IT-Strategen bescheren, um Anforderungen der Szenarien BYOD und COPE zu adressieren. Was steckt(e) hinter „BEAM“ und „BEAST“ von BitzerMobile? Mit welchen anderen Lösungen am Markt ist der Ansatz zu vergleichen?

Seit Oracle die Akquisition von BitzerMobile am 15.11.2013 ankündigte, zeigt bitzermobile.com nur noch auf einen entsprechenden, wenig informativen Hinweis bei Oracle. Sicherlich werden sich die ehemaligen Produkte des Startups unter Oracles Fahne etwas wandeln, doch zeigt ein Blick zurück wohin die Reise sicherlich gehen wird.

Erste Aufmerksamkeit erhielt die Bitzer Enterprise Application Mobility – kurz BEAM – Plattform als „ein“ Gewinner der „2013 Security Products‘ Govies Government Security award competition“  im April. Zum Funktionsumfang gehörte bereits die Abdeckung der klassischen PIM-Funktionen (Mail, Kalender, Kontakte), ein Intranet-Browser, Benutzerauthentifizierung mittels PKI-Zertifikat oder SmartCard, lokale Datenverschlüsselung (konform zu „FIPS140-2“), „Apptunnel“ als „Per-App VPN“, Single-Sign-On für Backend-Systeme, sowie sicherer Zugriff auf interne Fileserver via Bitzer m/Drive. BitzerMobile kaufte sich PIM-Funktionen und Unterstützung von Exchange ActiveSync bei iKonicApps ein.

Folgenden Illustrationen aus SlideShare zeigen Umfang und Architektur von BEAM:

BitzerWorkspace_450

 

BitzerBEAM_450

 

Richtig interessant dürfte diese Basis für Oracle im Zusammenhang mit der letzten Ankündigung von BitzerMobile auf dem Gartner ITXpo Symposium geworden sein. Mit der Weiterentwicklung „BEAST“ (Bitzer Enterprise App Shield Technology) können auch native Business Apps in den sicheren Container aufgenommen werden. Somit lässt sich potentiell das gesamte mobile Anwendungsspektrum im Unternehmen abdecken.

Das Portfolio von BitzerMobile positioniert sich damit direkt gegen die Good Collaboration Suite mit den tragenden Säulen Good for Enterprise und Good Dynamics, sowie den Anfang des Jahres eingeführten Plattform Citrix Worx Mobile Apps.

Auch im „klassischen“ MDM-Lager wird an Lösungen zur Schaffung „dualer Persönlichkeiten“ unter iOS und Android kräftig gearbeitet. MobileIron positioniert sich mit seinen Bemühungen rund um AppConnect und darüber integrierten PIM-Apps für Android und iOS (eingekauft von Divide). AirWatch setzt zur „Containerization“ auf sein SDK, AW Email Client bzw. Nitrodesk Touchdown für Android, sowie eine eigene PIM-App für iOS (noch in Entwicklung).

Damit ist aber lange noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Sichere PIM-Apps in Kombination mit Intranet-Browser (und teilw. mit Dateizugriff) sind z.B. im Angebot von:

Dann sind da noch die Container-Ansätze der Hardware-Hersteller selbst, die naturgemäß nicht plattformübergreifend ausfallen:

Alles deutet darauf hin, dass 2014 das Jahr der sicheren mobilen Business Container wird und sich der Fokus weiter von einem Mobile Device Management hin zum Mobile Application Management verschiebt.

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