Ich kann verstehen, wenn geschäftliche BlackBerry-Träger einen neidischen Blick auf das iPhone des Nachbarn werfen. Auch mir geht es nicht anders: Wenn ich mich unbeschwert fern vom Arbeitsplatz auf den Stand der Dinge im Internet bringen möchte oder unterwegs ortsabhängige Informationen abrufen muss, lege ich den BlackBerry zur Seite und greife lieber zum iPhone. Woran liegts? An erster Stelle ist meine Motivation sicherlich am hervorragenden Web-Browser des iPhone und der Leichtigkeit des Seins in der Handhabung begründet, die jüngst mit iOS4 (Multitasking, iBooks-PDF-Verwaltung u.a.) noch weiter verbessert wurde. Die verborgende Informationswelt um mich herum erschließen zudem eine Vielzahl ausgereifter Apps (“location based services”).
Zumindest gegen die primären Nachteile des BlackBerries (Web-Browser und dessen Bedienung) hat RIM gestern ein Mittel vorgestellt: Der neue BlackBerry Torch 9800 mit kapazitivem Touchscreen (Adé SurePress) und Slider-Tastatur wartet erstmals mit dem neuen BlackBerry 6 OS auf. Der neue Browser teilt sich mit dem iPhone und Android-Geräten nun “WebKit” als Basis. Das Gerät ist zwar erst ab dem 12. August und exklusiv bei AT&T verfügbar, doch gibt der entsprechende Simulator bereits jetzt einen ersten Eindruck, was da kommen wird.
Tipp: Bei mir (und offensichtlich auch anderen) versagte ausgerechnet der neue Browser des Simulators die Zusammenarbeit unter Windows 7 und Vista. Eine alte VM von XP vermittelte dann aber doch noch das neue Surfgefühl:

Zumindest auch Besitzer der Modelle Bold 9700, Pearl 3G 9100 und Bold 9650 sollen laut RIM von den Neuheiten mit OS 6 profitieren können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Mobilfunkanbieter entsprechende Firmware-Updates freigegeben. Das kann aus Erfahrung dauern, nicht wahr liebe Damen und Herren bei T-Mobile?
Mein erster Eindruck beim Spielen mit dem Simulator ist schon recht vielversprechend. Ich hoffe allerdings, dass es nicht der Ernst von RIM ist, weiterhin keinen lokalen PDF-Viewer anzubieten. Unabhängig von neuer Hardware und verbessertem Betriebssystem muss RIM weitere Entwickler begeistern können, um gegen den derzeitigen Abwandertrend im Endkundenmarkt zu steuern. Für den Geschäftskundenbereich ist allerdings jetzt schon abzusehen, dass OS6 ein echter Zugewinn sein wird. Intranets lassen sich leichter und von Haus aus geschützt über den BlackBerry Enterprise Server auf die mobilen Endgeräte bringen. Reicht das für ein Licht am Horizont? Der erste Torch in den Händen wird es zeigen…